26. Juli 2025

Christopher Nehring im Gespräch mit T-Online: Hybride Bedrohung durch Russland

Russland führt täglich Angriffe gegen Deutschland durch: Nicht mit konventionellen Waffen, sondern mittels Sabotage, Cyberattacken und Desinformation. Im Interview mit T-Online stellt Intelligence Director Dr. Christopher Nehring dar, warum Deutschland auf diesen hybriden Krieg mit Russland schwach vorbereitet ist - und was zu tun wäre.

Deutschland befindet sich täglich unter Beschuss durch russische hybride Kriegsführung, die sich durch Sabotageakte, Cyberattacken gegen kritische Infrastruktur sowie gezielte Desinformationskampagnen mit dem Ziel der gesellschaftlichen Destabilisierung manifestiert. Seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges hat sich die Bedrohungslage dramatisch verschärft, wobei sich die Zahl der Verdachtsfälle innerhalb eines Jahres verdoppelt hat.

Im Beitrag von T-Online legt Dr. Christopher Nehring dar, dass nicht nur die Häufigkeit der Angriffe, sondern auch Deutschlands mangelnde Vorbereitung auf diese Form der Kriegsführung alarmierend sei. Während Russland eine gewaltige Infrastruktur für hybride Angriffe aufgebaut hat, verliert sich Deutschland in einzelnen Maßnahmen, ohne die Bedrohung ganzheitlich zu betrachten.

Der Experte für Desinformation & Geheimdienste Dr. Christopher Nehring:

„Wir haben 15 Jahre lang keine Drohnenabwehr aufgebaut. Da kann man den Schalter nicht in wenigen Wochen umlegen. Das gilt für viele Bereiche. Bislang gibt es nur Überflüge von Spionagedrohnen, die aufklären und Bilder machen sollen. Es zeigt aber auch, dass man schnell mit einer Kampfdrohne angreifen könnte.“

Die russische Strategie zeige sich besonders deutlich bei den stark angestiegenen Drohnenüberflügen über sensiblen Einrichtungen. Während 2021 nur vereinzelte Fälle registriert wurden, waren es 2023 bereits 446 Sichtungen, häufig über Bundeswehrstandorten und Chemiefabriken. Deutschland steht diesen Überflügen praktisch machtlos gegenüber.

Im Cyberraum sei die Bedrohung noch massiver: 2023 wurden 131.391 Cyberattacken registriert, wobei Angriffe auf die SPD-Parteizentrale sowie Rüstungs-, IT- und Luftfahrtunternehmen dem russischen Hackerkollektiv APT 28 zugeordnet werden konnten, das eng mit dem Militärnachrichtendienst GRU zusammenarbeitet.

Primär zielten diese Angriffe auf psychologische Wirkung und Machtdemonstration ab, wie Nehring im Interview betont:

„Die Vielzahl an Vorfällen baut eine Wirkung auf. Es passiert anscheinend überall an verschiedenen Stellen, ohne dass es verhindert werden kann. Das demonstriert die Verwundbarkeit Deutschlands. Diese Anschläge sind sehr wahllos und daher schwer zu verhindern. Die russischen Geheimdienste gehen sehr hemdsärmelig vor. Dort wird nicht überlegt, ob Menschenleben gefährdet sind. Es soll einen Dauerbeschuss mit bestimmten Botschaften geben. Es geht um Quantität statt um Qualität.“

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