CII-Director Dennis-Kenji Kipker im BILD-Interview zum Cyberangriff auf Berlin

Der Cyberangriff auf Teile der Berliner Landesverwaltung hat eine neue Dimension erreicht. Nachdem ein Lösegeld-Ultimatum verstrichen war, veröffentlichte die mutmaßlich verantwortliche Ransomware-Gruppe Rhysida ein Datenpaket von rund 5,8 Terabyte im Darknet. Nach Behörden- und Medienangaben umfasst es etwa 1,44 Millionen Dateien.
In einem Video-Interview bei der BILD ordnet Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, wissenschaftlicher Direktor des cyberintelligence.institute, die Situation aus Sicht der IT-Sicherheit ein. Es geht dabei nicht nur um die Größe des mutmaßlichen Datenabflusses, sondern vor allem um die Frage, was Angreifer mit den erlangten Informationen tun können und welche Risiken sich daraus ergeben.
Die veröffentlichten Daten können für die Betroffenen weit über den unmittelbaren Vorfall hinaus Folgen haben. Je nachdem, welche Informationen konkret enthalten sind, können sie für täuschend echte Phishing-Nachrichten, gezieltes Social Engineering, Identitätsmissbrauch oder weitere Angriffe genutzt werden. Besonders kritisch ist, dass Informationen aus unterschiedlichen Datenbeständen miteinander verknüpft werden können und dadurch neue Angriffsmöglichkeiten auf Einzelpersonen und andere Verwaltungsbereiche entstehen.
Der Fall zeigt zugleich, wie eng Cybersecurity, Datenschutz und staatliche Handlungsfähigkeit inzwischen miteinander verbunden sind. Behörden verwalten besonders schutzbedürftige Informationen und stellen zentrale digitale Dienste für Bürger:innen und Unternehmen bereit. Ein erfolgreicher Angriff kann daher nicht nur einzelne Systeme beeinträchtigen, sondern auch Vertrauen in Verwaltung und öffentliche Infrastruktur beschädigen.
Im Interview erklärt Kipker dementsprechend, dass eine zügige forensische Aufklärung essenziell ist. Welche Systeme und Datenbestände sind konkret betroffen? Welche Informationen wurden tatsächlich kopiert oder veröffentlicht? Und welche Schutzmaßnahmen benötigen potenziell Betroffene? Neben der technischen Reaktion gehören hierzu eine nachvollziehbare Kommunikation sowie eine langfristige Stärkung der digitalen Resilienz öffentlicher Einrichtungen. Kipker betont auch die Verantwortung des Landes Berlin in diesem Kontext den betroffenen Einzelpersonen gegenüber transparent und effizient zu handeln. Die Schäden berühren den Schutz persönlicher Daten, die Integrität öffentlicher Prozesse und das Vertrauen in die digitale Handlungsfähigkeit der Verwaltung. Auch hier betont Kipker wie wichtig belastbare Sicherheitsarchitekturen, ein funktionierendes Krisenmanagement und eine transparente, zielgerichtete Kommunikation mit den potenziell Betroffenen sind.
Das vollständige Video-Interview bei BILD ansehen:
IT-Sicherheitsexperte: Die wichtigsten Fragen zum Berlin-Hack
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