Dennis Kipker warnt in Focus-Interview vor Abhängigkeiten zu den USA

Deutschland möchte einerseits bei der digitalen Innovation und künstlichen Intelligenz international mithalten und engere Partnerschaften mit den USA eingehen, andererseits wächst die Sorge über eine zu starke Abhängigkeit von amerikanischen Tech-Konzernen.
Diesbezüglich warnt unser Research Director Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker im Interview mit dem Focus davor, dass sich Deutschland zu stark an US-Unternehmen bindet, besonders in politisch unsicheren Zeiten unter Trump. Prof. Kipker argumentiert, dass Europa bereits souveräne Alternativen zu vielen digitalen Diensten besitze und seine Stärken bei vertrauenswürdigen, sicherheitsorientierten Produkten betonen sollte. Weiterhin sieht er die Gefahr, dass amerikanische Tech-Giganten als politisches Druckmittel eingesetzt werden könnten, insbesondere auf Grund der Abhängigkeit deutscher Behörden und Unternehmen von Microsoft und anderen US-Anbietern:
„Es darf nicht nur um Technologietransfer aus den USA gehen. Für viele digitale Dienste haben wir in Europa längst souveräne Alternativen. Wildberger sollte deutlich machen: Die USA sind in Sachen Cybersicherheit längst nicht mehr Vorbild – besonders amerikanische Produkte sorgten zuletzt für einige Probleme. Wir brauchen kein eigenes Silicon Valley, sondern sollten unsere Stärken betonen: etwa vertrauenswürdige Produkte, die zwar teurer sein können und nicht immer in ein Ökosystem hochintegriert sind, aber dafür höchsten Sicherheitsstandards entsprechen. Wenn die USA mit monopolartigen Tech-Konzernen Druck auf Europa ausüben, müssen wir das als strategisches Risiko benennen – auch das wäre ein wichtiges Signal seiner Reise: Wenn europäische Anforderungen nicht erfüllt werden, wird das Konsequenzen für US-Firmen haben – das muss er den Amerikanern vermitteln.“