CII-Presseinfo 04/2026: Digitale Sicherheit, wie wir sie kennen, ist vorbei

„Mit KI-Modellen wie Mythos beginnt eine Zäsur: Die digitale Sicherheit, wie wir sie kennen, ist definitiv vorbei“, ordnet Dennis-Kenji Kipker die aktuelle Lage ein. „Es ist eine Klasse Künstlicher Intelligenz entstanden, die in kürzester Zeit Tausende zuvor unbekannter Sicherheitslücken in jedem gängigen Betriebssystem und Browser auffinden kann. Das ist keine rein technische Evolution mehr, sondern ein Bruch mit einem System, das wir lange Jahre als Standard akzeptiert haben.“
Kipker warnt vor einem fundamentalen strukturellen Defizit: „Die Software-Lieferkette ist seit Jahren hochvulnerabel, wird regelmäßig erfolgreich ausgenutzt, und sie ist in vielen Fällen alles andere als sicher designt. Wir managen auf Sand gebaute Systeme, während die Flut an Bedrohungen immer weiter und schneller steigt.“
Gängige Regularien wie NIS2, DORA oder der CRA seien zwar notwendig, griffen aber zu kurz: „Security by Design mag das richtige Prinzip sein, wirkt aber mehr und mehr wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir setzen diese Konzepte gerade erst um, während unsere kritischen Infrastrukturen weiter auf Legacy-Architekturen laufen, die vor Jahrzehnten ohne jeden Sicherheitsanspruch entstanden sind. Die Regulierung von verbindlichen Sicherheitsanforderungen für Software kommt, wenn der Brand längst lodert. Was als Schutzschirm gedacht war, fühlt sich immer mehr an wie ein später, hilfloser Reflex.“
Die Industrialisierung von Cyberangriffen verändere die gesamte Machtbalance: „Cyberunsicherheit wird industrialisiert. Der Angreifer gewinnt Zeit, der Verteidiger verliert sie. Und Zeit ist in der Cybersicherheit eine der wenigen Währungen, die wirklich zählt.“ Kipker sieht KI daher als zentrale nationale Sicherheitsfrage: „Wer künftig die Modelle kontrolliert, kontrolliert einen zentralen Hebel staatlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit. Die Zeit, in der digitale Sicherheit ein behördlich verwaltbares Thema war, neigt sich dem Ende zu.“
Medienanfragen und Interviews:
Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker steht Medienvertretern kurzfristig für Interviews, Hintergrundgespräche und tiefergehende Analysen zur aktuellen Bedrohungslage durch KI-gestützte Cyberangriffe zur Verfügung.
Ihr CII-Pressekontakt:
Ole Spillner, Executive Assistant






