CII-Young Talent bei INCYBER Forum 2026 in Lille

Unter dem Leitthema „Mastering Dependencies“ versammelte das InCyber Forum 2026 Experten, um die strategische Zukunft der europäischen Cybersicherheit zu erörtern. Nanbaan Pwaspo nahm als Teilnehmerin des CII Young Talent Program an der Konferenz teil. Die Debatten vor Ort verdeutlichten eine klare Verschiebung: Cyber-Resilienz wird nicht mehr als peripheres Konzept, sondern als zentrales Organisationsprinzip verstanden, das neben der Prävention vor allem die Vorbereitung und koordinierte Reaktion in den Mittelpunkt stellt.
Ein dominierendes Thema der Fachforen war die Frage nach der europäischen Souveränität über die eigene technologische Infrastruktur. Es wurde kritisch diskutiert, inwiefern Europa derzeit seine digitale Zukunft lediglich „mietet“, anstatt durch eigene Cloud-Lösungen und Kernsoftware echte Kontrolle auszuüben. In diesem Kontext wurde die Notwendigkeit betont, Sicherheit nicht erst nachträglich als Reaktion auf externe Abhängigkeiten zu implementieren, sondern sie direkt in die Entwicklung der digitalen Infrastruktur einzubetten. Diese auf der Konferenz geforderte „European-first“-Mentalität bildet auch den Kern der CII-Initiative EUCRA (European Value Alliance for Cybersecurity and Resilience), die darauf abzielt, souveräne Wertschöpfungsketten in Europa zu vernetzen.
Technologisch stand die Konferenz im Zeichen der „Autonomous Defense“ und der Post-Quanten-Kryptographie (PQC). Diskutiert wurde der Einsatz KI-gestützter Systeme, die Netzwerke in Echtzeit rekonfigurieren können, um mit der Maschinengeschwindigkeit moderner Angriffe Schritt zu halten. Gleichzeitig wurde die PQC-Migration als unmittelbare Priorität eingestuft, um langfristige strategische Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Ein neuer Schwerpunkt lag zudem auf „Cognitive Warfare“: Angesichts der Zunahme von Deepfakes rückt der Schutz der Informationsintegrität zunehmend in den Fokus der Sicherheitsarchitekturen.
Trotz dieser technologischen Fortschritte wurde auf dem Forum auch die „Realitätslücke“ thematisiert. Viele Organisationen kämpfen mit veralteten Systemen und personellen Engpässen, während regulatorische Anforderungen wie NIS2 und der Cyber Resilience Act (CRA) den Druck erhöhen. Es bestand Konsens darüber, dass die Umsetzung der Resilienz-Strategien inklusiver gestaltet werden muss, um auch ressourcenschwächere Sektoren und Hochrisiko-Gruppen nicht zurückzulassen. Modelle wie „Resilience-as-a-Service“ wurden hierbei als mögliche Lösungswege für die operative Praxis erörtert.
Die vollständige Analyse der Konferenzthemen steht in englischer Sprache zum Download bereit:






