Lidl-Datenpanne: Dennis Kipker zu Ursachen und Handlungsempfehlungen

Bei einem externen IT-Dienstleister von Lidl verschafften sich Unbekannte Zugriff auf eine Datei mit Kundendaten des Onlineshops. Betroffen sind Anrede, Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Kundennummer; Passwörter und Zahlungsdaten blieben nach aktuellem Kenntnisstand unberührt. CII-Research Director Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker hat als Teil des EXPERTS Circle von CHIP den Fall eingeordnet und erklärt, was Betroffene jetzt beachten sollten.
Prof. Kipker verweist zunächst auf ein grundsätzliches Muster: Nicht die Unternehmen selbst, sondern beauftragte Dienstleister werden zunehmend zum Einfallstor für Angreifer. Das ist ein Trend, den auch der jüngste Fall bei den Berliner Verkehrsbetrieben zeigt, bei dem rund 180.000 Kundendatensätze über einen externen Partner abflossen. Wer Aufgaben wie IT-Betrieb oder Versand auslagert, gibt damit auch einen Teil der Kontrolle über Kundendaten ab. Wird der Dienstleister angegriffen, trifft es am Ende dieselben Menschen, die ihre Daten beim ursprünglich großen, vermeintlich gut geschützten Unternehmen ablegen.
Für Betroffene rät Prof. Kipker zu erhöhter, aber besonnener Wachsamkeit: E-Mails oder Anrufe, die angeblich von Lidl stammen, sollten in den kommenden Wochen kritisch geprüft werden, insbesondere die Absenderadresse. Wiederverwendete Passwörter sollten jetzt geändert werden. Für Unternehmen zieht er ein klares Fazit: Wer personenbezogene Daten an Dienstleister weitergibt, bleibt datenschutzrechtlich selbst verantwortlich. Vor Vertragsabschluss sollte genau geprüft werden, welche Sicherheitsmaßnahmen ein Dienstleister umsetzt, wie lange Daten gespeichert werden und ob eine Meldepflicht bei Sicherheitsvorfällen vertraglich verankert ist – idealerweise nicht nur einmalig, sondern regelmäßig überprüft.
› Lesen Sie hier den vollständigen Beitrag von Prof. Kipker bei CHIP.





