18. Februar 2026

CII-Gastbeitrag: „Kritische Kaskadeneffekte: Resilienz-Engineering für das Kritis-Dachgesetz“

Das Kritis-Dachgesetz zum physischen Schutz kritischer Infrastrukturen liefert zwar einen Rechtsrahmen, aber der operative Weg zu mehr Sicherheit bleibt vage. CII-Forschungsdirektor Dennis-Kenji Kipker empfiehlt im aktuellen Tagesspiegel Background Energie & Klima, statt auf reine „Härtung“ zu setzen, eine umfassende Resilienz-Architektur zu schaffen – ähnlich wie es im Cyberschutz geschieht.

Im Tagesspiegel Background Gastbeitrag rät Prof. Dr. Dennis Kenji-Kipker zu einer umfassenden Resilienz-Architektur: Zwar führt das am 29. Januar 2026 im Bundestag beschlossene Kritis-Dachgesetz zu einem neuen Rechtsrahmen zwecks der Resilienz kritischer Einrichtungen, doch verhindert allein keine Ausfälle. 

Notwendig wird eine klare Umsetzungslogik, Antizipation von Kaskadeneffekten und eine entsprechende Priorisierung von Gegenmaßnahmen, die eine Grundversorgung auch unter hybriden Bedrohungen gewährleisten – ein klares Beispiel einer solchen Bedrohung ist der Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz Anfang Januar 2026.

Prof. Dr. Kenji-Kipker nimmt hierzu folgende Punkte in den Fokus:

  1. Kritische Kaskadeneffekte müssen in den Fokus genommen werden: Nur eine ganzheitliche Betrachtung von kritischen Infrastrukturen erlaubt für einen ausreichenden Schutz: Nicht nur technische, sondern auch organisatorische Kritis-Ausfälle, wie Lage-Bilder, Ticket-Systeme oder Cloud-Dienste, müssen hier beachtet werden 
  2. Das Fallbeispiel Berlin und Energieversorgung als ein hochkritischer Knotenpunkt: Neben einem Ausfall der Energieversorgung, verdeutlicht dieses Fallbeispiel eine klare Kaskadenmechanik: Digitale Kommunikationsprozesse funktionieren nur noch eingeschränkt, ein eigentlich wichtiger Bestandteil hinter dem folgend notwendigem operativen Kraftakt der Koordination und Informationsbeschaffung.
  3. Gegenmaßnahmen entlang der kritischen Kaskade: Bei Gegenmaßnahmen gilt es entsprechend, die Ausbreitung, das Schadensausmaß und die Wiederanlaufzeit bei der Entwicklung von Resilienz-Konzepten ganzheitlich zu beachten. 

Zusammenfassend bedarf Kritis-Schutz einem belastbaren strategischen Resilienzrahmen, systematischer Szenario- und Modellarbeit, sowie ganzheitlich, interdisziplinär-gedachten Ansätzen. Gerade im Hinblick auf physische Sabotage, Cyberangriffe und Desinformation ist eine sektorübergreifende strategische Steuerung essentiell und verlangt eine Auffassung des Kritis-Schutz als lernendes System. 

Der ganze Beitrag ist unter folgendem Link aufzufinden: https://background.tagesspiegel.de/energie-und-klima/briefing/kritische-kaskadeneffekte-beherrschen-resilienz-engineering-fuer-das-kritis-dachgesetz

 

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