9. Juni 2026

CII zu Apples neuer KI im heute journal

Anlässlich der neuesten Apple-Entwicklung kommentierte CII-Research Director Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker die neue KI "Siri AI" im heute journal und fragt dabei: Warum braucht Apple dafür die Technologie von Google?

Apple hat auf der WWDC 2026 mit "Siri AI" die tiefgreifendste Überarbeitung seiner KI vorgestellt, die als Teil der Plattform "Apple Intelligence" geräteübergreifende Gesprächshistorie, tiefen Systemzugriff auf persönliche Daten sowie eine dreistufige Verarbeitungsarchitektur bietet, bei der schwere Anfragen an Googles Gemini-Cloud weitergeleitet werden. Dass die Kernfunktionen bereits 2024 angekündigt wurden und Apple infolge nicht gehaltener Versprechen einen Vergleich in einer Sammelklage über 250 Millionen Dollar zahlen musste, trübt die Freude über den Neustart durchaus. Apple liefert damit zwar die überfällige Einlösung alter Versprechen, aber keine echte Marktrevolution, wobei die eigentliche Stärke in der Ökosystem-Integration liegt und nicht in der KI-Leistung selbst.

Die strategisch folgenreichste Entscheidung ist die Partnerschaft mit Google, die offenbart, dass Apples eigene Foundation Models für einen wettbewerbsfähigen Assistenten schlicht nicht ausreichten, was dem Kernversprechen technologischer Eigenständigkeit des Unternehmens diametral widerspricht. Zumindest aber ist auch diese Ankündigung bei einem näheren Blick weniger spektakulär, als sie zunächst vermuten lässt, denn zumindest im Bereich Cloud Computing kooperiert Apple schon seit Längerem mit Google, da der Bedarf an Rechenzentren schneller wächst, als er durch das Unternehmen erfüllt werden kann.

Berichtenswert überdies: Europäische Nutzerinnen und Nutzer auf iPhone und iPad bleiben beim Start von iOS 27 zunächst ausgeschlossen, wobei Apple seinen Widerstand mit Datenschutzbedenken begründet, obwohl vieles dafür spricht, dass es dem Konzern in erster Linie darum geht, regulatorische Rahmenbedingungen nach eigenen Vorstellungen durchzusetzen und Marktzugangsbedingungen zu diktieren. Was hier sichtbar wird, ist die Bereitschaft eines marktmächtigen Unternehmens, einem gesamten Kontinent den Zugang zu einer Technologie solange vorzuenthalten, bis politische Forderungen erfüllt werden, und dieser Schritt ist strukturell nicht mehr weit davon entfernt, diesen Zugang auch nachträglich wieder zu entziehen. Je stärker die Monopolisierung digitaler Wertschöpfung durch wenige Großkonzerne zunimmt, desto größer wird der Druck auf europäische Politik und Unternehmen, nach mehr Digitalsouveränität zu streben und mit dem Digital Markets Act faire Marktbedingungen im Zweifelsfall auch kartell- und wettbewerbsrechtlich durchzusetzen.

› Sehen Sie hier den ganzen Beitrag vom heute journal.

Weitere Meldungen

Jetzt partizipieren

Fördermitglied werden

Mitglied werden – Gemeinsam digitale Sicherheit gestalten Werden Sie Teil eines starken Netzwerks aus Expert:innen, Vordenker:innen und engagierten Organisationen, die sich für eine sichere digitale Zukunft einsetzen.

Bewerbung als Young Talent

Die meisten Ideen scheitern nicht an Talent, sie scheitern an fehlenden Ressourcen. Innovation braucht Raum. Forschung braucht Unterstützung. Kreativität braucht ein Umfeld, in dem sie gedeihen kann. Unser Young Talents-Programm unterstützt durch unser starkes Netzwerke und die gemeinsame Expertise.

Bewerbung als Mitarbeiter:in

Wir forschen, wo andere aufhören – an der Schnittstelle von Innovation, Sicherheit und digitaler Resilienz. Unsere Mission: die Welt von morgen gegen die Bedrohungen von heute schützen. Dafür suchen wir kluge Köpfe mit Neugier, Weitblick und dem Mut, neue Wege zu gehen.
Think visionary.
Act together.
Secure tomorrow.
©2026 cyberintelligence.institute
ImpressumDatenschutz
Tel: +49 69 505034 602
info[at]cyberintelligence.institute